Die am meisten raubkopierten Inhalte im Internet sind keine Filme mehr Illegale Manga-Downloads haben alle Rekorde gebrochen

Im Bereich der Online-Piraterie war 2024 ein Wendepunkt: Der am stärksten betroffene Bereich ist nicht mehr der Bereich Filme und Fernsehserien, sondern der Verlagswesen, was hauptsächlich auf einen deutlichen Anstieg illegaler Manga-Downloads zurückzuführen ist. Nach Angaben des Forschungsunternehmens Muso, die vom US-Magazin Variety zitiert wurden, ist die Zahl der Zugriffe auf Piraterie-Websites, die Manga gewidmet sind, im Laufe der Jahre stark gestiegen, und zwar zwischen 2019 und 2024 um 347%. Allein im vergangenen Jahr stiegen die Aufrufe in der Kategorie „Veröffentlichen“ auf Piratenseiten um über 50 Prozentpunkte, von 16,5 Milliarden im ersten Quartal 2024 auf 25,7 Milliarden im letzten Quartal. Dieser Sprung ist besonders ungewöhnlich und liegt weit über den typischen saisonalen Schwankungen. Der Anstieg ist deutlich höher als der der TV-Piraterie.

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Die Gründe für diesen Trend liegen in der zunehmenden Schwierigkeit des legalen Zugangs zu Mangas. Einerseits hat der Sektor dank Online-Communities eine globale Expansion erlebt, andererseits stehen viele Leser täglich vor Hindernissen wie der geringen Verfügbarkeit in physischen Geschäften, hohen Kosten für digitale Plattformen oder dem Fehlen offizieller Übersetzungen in bestimmten Sprachen. Dies veranlasst viele Fans dazu, sich auf die sogenannte „Scanlation“ zu verlassen, d. h. ausschließlich Amateurübersetzungen, die von Fans erstellt und online verbreitet werden, oft vor offiziellen Veröffentlichungen. Ein Sprecher von Muso hob ebenfalls die Bedeutung dieses Themas hervor und erklärte, dass „obwohl legale Manga-Plattformen gewachsen sind, viele immer noch Probleme mit gleichzeitigen Veröffentlichungen in verschiedenen Ländern, den Preisstrategien der Vertriebshändler und der tatsächlichen Verfügbarkeit einzelner Mangas haben“. Piratenseiten füllen daher diese Lücke, indem sie Übersetzungen in mehreren Sprachen anbieten — für alle leicht zugänglich.

Der Erfolg von Manga auf dem legalen Markt unterstreicht nur das potenzielle Publikum, das erreicht werden könnte. Schätzungen des US-amerikanischen Marktanalyseunternehmens Dimension Market Research zufolge erreichte der Sektor 2024 einen Wert von rund 15 Milliarden Dollar. Bis 2033 wird ein Wachstum auf fast 70 Milliarden Dollar prognostiziert. Gleichzeitig fügt die Piraterie diesem Gebiet jedoch erheblichen wirtschaftlichen Schaden zu: Eine von der japanischen Regierung in Auftrag gegebene Studie berechnete beispielsweise, dass sich die Verluste aufgrund der illegalen Verbreitung von Manga 2024 auf rund 7 Milliarden Dollar beliefen. Die Auswirkungen der Piraterie auf Mangas sind jedoch kein auf Japan beschränktes Phänomen. Zu den zehn Ländern mit der höchsten Anzahl illegaler Ansichten gehören die Vereinigten Staaten und Indonesien, gefolgt von Russland, Frankreich und Mexiko, was das globale Ausmaß des Phänomens unterstreicht. Diese Daten unterstreichen auch, wie Manga inzwischen weltweiten Erfolg erzielt hat. Gleichzeitig unterstreicht es jedoch auch die Dringlichkeit, Lösungen zu finden, um legale Inhalte auf internationaler Ebene leichter zugänglich zu machen.

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Ein mögliches Modell zur Lösung dieses Problems stammt aus dem Bereich Anime: Japanische Zeichentrickserien waren schon immer Piraterie ausgesetzt, sodass 2024 acht der zehn am häufigsten raubkopierten Fernsehprogramme weltweit Anime waren. Die Verbreitung von Plattformen wie Crunchyroll — die seit 2021 die Anzahl der Abonnenten verdreifacht haben — hat jedoch dazu beigetragen, diesen Trend zu verlangsamen und den Fans eine legale und zugänglichere Alternative zu bieten. In diesem Zusammenhang beginnen sogar große Streaming-Giganten wie Netflix und Disney, in den Anime-Sektor zu investieren und den Nutzern ein immer breiteres Spektrum an Inhalten zu bieten. Geschäfte mit globalen Vertriebsplattformen könnten auch für die Manga-Industrie eine effektive Lösung sein. In diesem Bereich besteht heute eine zweifache Herausforderung: Einerseits muss die Piraterie mit immer gezielteren Maßnahmen bekämpft werden; andererseits muss der Zugang zu Inhalten verbessert werden, um zumindest einen Teil der illegalen Downloads in kostenpflichtige umzuwandeln. Weitere mögliche Strategien zur Eindämmung des Piraterie-Phänomens sind die Stärkung der gleichzeitigen weltweiten Veröffentlichung, die Verkürzung der Übersetzungszeiten und die Verbesserung des Zugangs zu Abonnementoptionen. Davon wird zum Teil die Zukunft der Manga-Industrie abhängen.

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