5 Modefehler, die man als Tourist in Italien vermeiden sollte Schließlich muss man sich nicht jedes Mal sofort als Fremder zu erkennen geben

Beim Reisen ist Komfort das A und O – das weiß jeder. Besonders wenn man Italien besucht, mit seinen glühend heißen Sommern, seinen steilen Städten und den ausgedehnten Fußmärschen, die Touristenrouten so häufig verlangen. Die Touristen, die seit Jahrzehnten in Scharen nach Italien strömen, stehen vor einem mitunter quälenden Dilemma: Wie lässt sich der Komfort, den lange Spaziergänge erfordern, mit der Eleganz der besuchten Orte vereinbaren? Das Problem wird oft dadurch gelöst, dass man es gar nicht erst angeht: Schließlich ist ihr Modebewusstsein inzwischen sprichwörtlich, und deutsche Touristen in Sandalen und Socken sind ein solches Klischee geworden, dass die Kombination aus Socken und Sandalen sich im Kreis gedreht hat und beinahe modisch wirkt. Mit Betonung auf „beinahe".

Dennoch sind ausländische Besucher, so sehr sie sich auch bemühen, fast immer schon von Weitem zu erkennen – oft an ihrer Kleidung, die zwischen Overdressing und Underdressing schwankt. Es ist leicht zu verstehen, warum die sozialen Medien nicht nur mit Ratgebern überfließen, wie man sich in Italien kleidet – die größtenteils aus (vergeblichen) Hinweisen bestehen, keine knappen Flip-Flops und Micro-Shorts in Kirchen zu tragen –, sondern auch warum Touristen durch ihre allgegenwärtige Präsenz selbst Teil der italienischen Landschaft geworden sind und diese mit ihren unglücklich gewählten Outfits häufig zu verunstalten drohen.

Hier sind also fünf Stilfehler, die Touristen in Italien vermeiden sollten.

1. Der „Riviera-Look"

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Den Begriff haben wir selbst geprägt, aber er beschreibt einen ganz bestimmten Touristentyp in Italien: ein geblümtes Kleid, das typischerweise knapp unter das Knie fällt (in Amerika heißt es buchstäblich „travel dress"), eine riesige Diva-Sonnenbrille direkt aus einem Klassiker des Kinos, ein breitkrempiger Strohhut von unrealistisch üppigen Ausmaßen. Ein Look, der gewiss nicht falsch oder geschmacklos ist, der aber inzwischen zu einem Klischee geworden ist, das jegliches Verständnis übersteigt.

Der Punkt ist, dass dieser Look dem falschen Akzent in alten Hollywood-Filmen gleicht: Im Ausland kleidet sich eigentlich niemand so, kaum eine Italienerin würde ihn für einen Alltagsausflug tragen, und er scheint ausschließlich für jene zu existieren, die von außen kommen, um Italien zu besuchen – dank einer Art stillschweigendem Gesellschaftsvertrag. Zum Glück lebt niemand in einem Giuseppe-Tornatore-Film, und so steht es selbst den romantischsten ausländischen Besuchern vollkommen frei, sich so zu kleiden wie an einem gewöhnlichen Tag, ohne Gina Lollobrigida in ihrer Glanzzeit zu cosplayen.

2. Der Old-Money-Dandy

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Oft ein junger Mann aus Nordeuropa – skandinavischer oder hanseatischer Herkunft –, aber auch britischer oder amerikanischer, der Old-Money-Dandy mag aus einer wohlhabenden Familie stammen oder auch nicht, aber eines ist sicher: Er hat seine Jungenkleidung hinter sich gelassen und möchte nun wie ein Mann gekleidet sein. Wie? Natürlich mit einem Hemd – weiß, blau oder weiß-blau gestreift –, Leinenhosen (oft mit leichtem Gummibund) in Farben, die so neutral sind, dass sie sich kaum beschreiben lassen, und nicht selten einem Curtain-Cut, der aus den 90ern auferstanden und häufig nach hinten gegelt ist.

Weitere Accessoires des Looks: Espadrilles oder weiße Sneaker, die den Lübecker Bankier-Großvater, der das Familienvermögen Anfang des 20. Jahrhunderts gemacht hat, kaum beeindruckt hätten; eine Puka-Shell- oder Perlenkette, ausnahmslos weiß, als Zeugnis luxuriöser Tropenreisen; dünne Metallsonnenbrille. Besonders faszinierend ist die Farbpalette, die rigoros auf zwei oder drei Töne eines totenblassen Teints beschränkt ist; ebenso die Neigung, sich mit dem grüblerischen Blick eines Homme fatale fotografieren zu lassen. Das Geheimnis, diesen Look zum Funktionieren zu bringen, besteht darin, keinerlei Persönlichkeit zu besitzen.

3. Die Schluffi

Es sind meist Männer mit mindestens zwei Kindern unter neun Jahren, gekleidet genau wie diese. Ihr Outfit ist ein eindeutiger Beweis ihres moralischen Charakters: Es sind Männer von Integrität, aufrecht wie eine Kerze, so ernsthaft, dass sie sich unmöglich mit Nichtigkeiten wie angemessener Kleidung zum Abendessen oder beim Besuch der schönsten Architekturmeisterwerke des Planeten befassen könnten. Wie Kinder müssen sie um jeden Preis und in jedem Kontext bequem sein.

Ein ikonischer Look: ein einfarbiges T-Shirt in Farben von Taupe bis Hellblau, die unvermeidlichen Shorts aus Funktionsstoff, Sneaker, die für die Überquerung der Dolomiten geeignet wären, und die ebenso unvermeidliche Sportsonnenbrille – oft das einzige Accessoire, das auf ein gewisses ästhetisches Empfinden jenseits der nackten und brutalen Funktionalität hindeutet. Dazu kommen Basecaps oder, im schlimmsten Fall, Strohfedoras sowie Rucksäcke oder Bauchtaschen der hässlichsten und billigsten Art, die je erdacht wurden. Was hier auffällt, ist nicht so sehr der praktische und, seien wir ehrlich, wenig vorteilhafte Look, sondern seine Unveränderlichkeit: Wegen dieser Herren musste die Scala einen Dresscode für ihr Publikum ausdrücklich festlegen.

4. Das dramatische rote Kleid

Irgendwann während der Tumblr-Ära beschloss eine unbekannte Frau, sich von hinten in einem langen roten Kleid vor einer beeindruckenden Kulisse fotografieren zu lassen, und löste damit das bemerkenswerteste Experiment kollektiver Hypnose der jüngeren Geschichte aus. Seitdem kann man, wenn man irgendwo in Italien am helllichten Tag eine Frau in einem langen roten Kleid sieht, mit mathematischer Gewissheit davon ausgehen, dass es sich um eine Touristin handelt.

In der Werbung und in vielen Fällen in bestimmten etwas agé gewordenen Filmen ist das Bild einer Frau in Rot, die sich durch eine Stadtmenge bewegt, beinahe ein archaisches, wenn auch banales Symbol für Lebendigkeit und Leidenschaft. Das Archetyp ist so tief in der Kultur verwurzelt, dass selbst der Emoji-Katalog eines enthält, das eine tanzende Frau in Rot zeigt. Die Fragen, die sich daraus ergeben, sind zahlreich: Kleiden sich diese Besucherinnen zu Hause auch vollständig in Rot? Sind sie wirklich glühende Passionarias, oder ist ihre Romantik rein performativ? Warum hat die Vorstellung eines roten Kleides in einem Mittelmeerland einen so mächtigen Einfluss auf die kollektive Vorstellungskraft? Sicher ist: Wer das „dramatische rote Kleid" trägt, hat ein unheilbar überquellendes Herz und möchte, dass die Welt es weiß. Und am Ende gelingt ihnen das auch. Aber zu welchem Preis?

5. Das Leinenset im Partnerlook

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Als unerwünschter Ableger der oben beschriebenen Old-Money-Garderobe ist das aufeinander abgestimmte Leinenset eigentlich keine Exklusivität der Touristen – es wird auch von vielen jungen Italienern bevorzugt, die selbst in den entlegensten und vergessenen Provinzstädten nicht darauf verzichten wollen, zum Jetset der 1960er Jahre zu gehören. In letzter Zeit ist das koordinierte Leinenset jedoch in Italiens Touristenstädten zu einem vertrauten Anblick geworden, wo es als Kompromiss zwischen Uniform und Pyjama getragen wird, komplett mit den unvermeidlichen weißen Sneakern und gelegentlich einer kleinen Umhängetasche, die „modisch" wirken möchte, ohne es ganz zu schaffen.

Warum ist dieser Look ein Fehler? Weil er nie das kommuniziert, was der Träger damit ausdrücken möchte. Noch schlimmer, wenn er mit einer völlig unpraktischen Herren-Clutch kombiniert wird. Anstatt an eine mondäne Poolparty aus den Zeiten des Wirtschaftswunders zu erinnern, ruft der Anblick eines aufeinander abgestimmten Leinensets tatsächlich die kleinen Outfits in Erinnerung, die man Kleinkindern zwischen einem und drei Jahren anzieht, wenn man sie zu einer Sommerhochtzeit mitnehmen muss und hofft, dass sie die Hälfte der Zeit im Kinderwagen schlafen.

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