Die Geschichte des Salone del Mobile Wie Mailand zur Hauptstadt des Designs wurde

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Mailand ist wie eine eigene kleine Welt mit ihren ungeschriebenen Regeln, ihren Ritualen und ihren wiederkehrenden Ereignissen. Unter diesen Veranstaltungen ist der Salone del Mobile eine der besonderen und am meisten gefeierten Veranstaltungen — noch mehr als die mythische Modewoche. Jedes Jahr, im Frühling, erwacht die Stadt mit einer besonderen Energie zum Leben: Es scheint, als ob alle auf der Straße sind, alle Veranstaltungsorte bis spät in die Nacht geöffnet haben und die Türen von Gebäuden und Geschäften den ganzen Tag über geöffnet sind.

Die Design Week, zu der auch der klassische Salone und sein „Zwilling“ Fuorisalone gehören, ist nicht nur eine der wichtigsten Designmessen in Europa, sondern auch ein Teil des kollektiven Lebens der Stadt. Tatsächlich sind die Geschichte der Design Week und die Mailänder eng miteinander verwoben, und zwar in einer Geschichte, die von der langen Tradition der Mailänder Messe bis zum neueren Designviertel zwischen Brera und Porta Venezia reicht.

Die Mailänder Messe existierte bereits 1906

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Mailand erlebte 1881 zum ersten Mal etwas Ähnliches wie die moderne Designwoche. Die erste italienische Nationalausstellung fand von Mai bis November vor den Bastionen der Porta Venezia statt. Erst 1906 wechselte die Ausstellung jedoch zwischen dem Parco Sempione und der ehemaligen Piazza d'Armi, die durch eine Schwebebahn verbunden war. Dieses Datum ist wichtig, weil es 35.000 Aussteller und 5,5 Millionen Besucher sowie Pavillons gab, die von den Stararchitekten der damaligen Zeit entworfen wurden — Zahlen, die so hoch waren, dass sie die Industrieausstellung zu einem wirklich wiederkehrenden Ereignis machten.

Ein weiteres wichtiges Datum ist 1920, das Jahr, in dem die erste Messe mit großem Erfolg abgehalten wurde, erneut in Porta Venezia. Zwei Jahre später wurde die für die Messe zuständige Organisation gegründet, die eine 82-jährige Tradition einläutete. Auf der Messe 1946 wurde beispielsweise die erste Waschmaschine der Öffentlichkeit vorgestellt. In den 1960er Jahren entstanden weitere Messen, die aus der ursprünglichen Ausstellung „hervorgegangen“ waren. Die wichtigste war der Salone del Mobile.

Der erste Salone del Mobile war fester Bestandteil des „Wirtschaftswunders“ der 1960er Jahre

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Zu Beginn der 1960er Jahre begann die italienische Wirtschaft wieder zu wachsen: Die Städte wurden erweitert, neue Häuser wurden gebaut und neue Möbel für italienische Familien wurden benötigt. Es bestand daher Bedarf an einem Treffpunkt zwischen den vielen kleinen und mittleren italienischen Unternehmen und Verbrauchern, die nach modernen und praktischen Möbeln für ihr neues Zuhause suchten.

Nach dem Besuch einer Möbelausstellung in Deutschland kehrten die Unternehmer des italienischen Verbands der Holz- und Korkindustrie nach Hause zurück und waren überzeugt, dass eine branchenspezifische Messe notwendig war, um der italienischen Industrie den nötigen Schub für den Neustart zu geben. Es war der sprichwörtlich perfekte Sturm: Italienische Unternehmen fanden Kunden im In- und Ausland, vervielfachten ihr Geschäftsvolumen und machten italienisches Design zu einer kulturellen Institution — und zu einem der Symbole des Wirtschaftsbooms dieser Jahre.

Der heutige Salone ist 20-mal größer als in den 1960er Jahren

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1968
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1971
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1980
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1984
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1991
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1999
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2000

Im Laufe der Jahre wurde der Salone del Mobile zunehmend mit dem Mythos des italienischen Designs in Verbindung gebracht, der bereits Mitte der 1940er Jahre seinen Ursprung hatte, aber in den 1960er Jahren seine volle Reife erlangte, sowohl dank der neuen Kaufkraft der Bürger als auch der Entdeckung neuer Materialien wie Polyurethan. Das Wachstum des Salone war enorm: Während die erste Ausgabe auf einer Ausstellungsfläche von 11.860 Quadratmetern stattfand, erstreckt sich der reguläre Salone del Mobile nun über eine Fläche von 205.000 Quadratmetern — fast zwanzigmal größer.

Der aktuelle Veranstaltungsort wurde von Massimiliano Fuksas entworfen

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Das Jahr 2005 war sehr wichtig, da der Salone del Mobile vom Standort Fieramilanocity in Portello in das neue, von Massimiliano Fuksas entworfene Fieramilano in Rho umzog, eines der modernsten und wichtigsten Ausstellungszentren Europas sowie das größte auf dem gesamten Kontinent. Der gigantische Komplex, der für seine futuristischen Stahl- und Glaskonstruktionen bekannt ist, umfasst acht Pavillons, 80 Konferenzräume, 45 Essbereiche sowie Büros und ein mit vier Türmen ausgestattetes Verwaltungszentrum.

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