Was Sie von Trumps 100-prozentigen Zöllen auf im Ausland gedrehte Filme erwarten können Hollywood steht vor dem Problem der Produktionsverlagerung, aber Branchenfachleute hoffen auf einen anderen Ansatz

In den letzten dreißig Jahren ist die Kluft zwischen den Produktionskosten für das Filmen von Filmen oder Fernsehserien in den Vereinigten Staaten — insbesondere in Kalifornien — und denen, die dasselbe im Ausland tun, erheblich gewachsen. Mit anderen Worten, für eine US-Produktion ist die Organisation eines langen internationalen Drehs, der mehrere Monate dauert, oft billiger als Dreharbeiten im Land selbst. Es überrascht nicht, dass heute mindestens ein Drittel der Drehstunden für US-Filme und Fernsehserien im Ausland gedreht wird. Aus diesem Grund fordern Branchenfachleute in Hollywood seit langem Maßnahmen, um audiovisuelle Produktionen und die damit verbundenen Beschäftigungsmöglichkeiten wieder in das nationale Hoheitsgebiet zu bringen.

Die weit verbreitete Sorge ist, dass die Filmindustrie in Los Angeles einen ähnlichen Prozess erlebt wie die Automobilindustrie in Detroit in den 1970er Jahren, als die Verlagerung die lokale Wirtschaft stark schwächte. Um das Problem anzugehen, kündigte Trump kürzlich in seinem sozialen Netzwerk Truth seine Absicht an, 100-prozentige Zölle auf im Ausland gedrehte US-Filmprodukte zu erheben: In der Praxis müsste ein Studio, wenn es 50 Millionen Dollar für die Dreharbeiten eines Films in Kanada ausgibt und ihn dann auf dem US-Markt veröffentlichen möchte, zusätzliche Steuern in Höhe von 50 Millionen Dollar zahlen.

Trump ist bekanntermaßen besessen von Zöllen, obwohl Ökonomen sie bis vor einigen Jahren für veraltet hielten — im Grunde handelt es sich um eine Maßnahme, deren Wirksamkeit seit langem sowohl von der Wirtschaftstheorie, die ihren verzerrenden und kontraproduktiven Charakter hervorhob, als auch von den Vorteilen jahrzehntelanger Globalisierung und freier Märkte in Frage gestellt wurde.

Lange Zeit wurden US-amerikanische Filme und Fernsehserien fast ausschließlich in Kalifornien gedreht, insbesondere in Los Angeles, wo die meisten Industriearbeiter lebten und wo sich die Soundbühnen und Hauptsitze der wichtigsten Produktionsfirmen befanden. Als sich das Steuergutschriftsystem in den 1990er Jahren ausbreitete, begannen sich die Dinge zu ändern: Diese Art von Steueranreizen wurde speziell entwickelt, um große Filmproduktionen im Ausland anzuziehen, sodass viele ausländische Länder mit Hollywood konkurrieren konnten. Kanada zum Beispiel wurde für viele amerikanische Städte zum „alternativen“ Set. Das Gleiche gilt für das Vereinigte Königreich und andere europäische Länder wie Ungarn, die Tschechische Republik und Deutschland. Sogar Italien spielte in diesem „Wettbewerb“ eine wichtige Rolle: Von 2017 bis 2023 bot es eine der wettbewerbsfähigsten Steuergutschriften der Welt an, zog große Produktionen an und bot Filmteams umfangreiche Arbeit. Die Regierung Meloni beschloss jedoch aus verschiedenen politischen und praktischen Gründen, einzugreifen und diese Maßnahme erheblich zu ändern, was zu erheblichen Problemen in der Branche führte und die erzielten wirtschaftlichen Vorteile zunichte machte.

@highvoltagemag Stay In LA is a grassroots movement seeking to bring productions back to Hollywood. Productions are not only leaving Los Angeles, but leaving the USA. This is costing thousands of jobs and putting an entire industry at risk. On April 6th, 2025 the first Stay In LA rally was held at SirReel Studios filled with attendees of all walks of the entertainment industry. Caterers, props, HMU, directors, writers, actors, you name it! Actor P.J. Byrne was amongst the massive roll call of speakers. It’s time to rebuild the entertainment capital of the world. Follow for more on this movement and more speeches from this rally. #stayinla #pjbyrne #losangeles #filmcrew #entertainmentindustry #actorslife #theboys #acompleteunknown #babylonmovie #keepcaliforniarolling original sound - High Voltage

Kalifornien hat auch ein Steuergutschriftsystem, aber die angebotenen steuerlichen Anreize sind nicht mit denen in anderen Ländern vergleichbar — wo zudem die Lebenshaltungskosten in der Regel wirtschaftlich weniger belastend sind. Die stetig steigenden Kosten in Los Angeles haben die Bedingungen für die Filmindustrie weiter verschlechtert: Vor nicht allzu langer Zeit berechnete die New York Times, dass in Budapest eine Crew von sieben Technikern für einen Monat Dreharbeiten etwa 60.000 Dollar kostet, während der gleiche Betrag in Los Angeles kaum einen einzigen Arbeiter dieser Art bezahlen würde. Es ist daher nicht überraschend, dass die Produktion in Kalifornien in den letzten zwanzig Jahren erheblich zurückgegangen ist, was zur Schließung vieler Unternehmen im Zusammenhang mit der Filmindustrie geführt hat. Als Reaktion auf dieses Szenario hat die Branche die Institutionen wiederholt aufgefordert, konkrete Lösungen umzusetzen, um den Trend umzukehren. In diesem Zusammenhang wurde die #StayinLA -Kampagne ins Leben gerufen, die darauf abzielt, große Produktionsfirmen zu ermutigen, in den kommenden Jahren einen größeren Anteil an Filmen und Fernsehserien nach Los Angeles zurückzubringen. Der politische Stillstand bleibt jedoch bestehen, zumal unklar ist, ob und wie Trumps Vorschlag, 100-prozentige Zölle auf im Ausland gedrehte Filme einzuführen, umgesetzt werden soll. Die Ankündigung hat dennoch viele Debatten ausgelöst. Vielen Branchenexperten zufolge könnte dies die Situation paradoxerweise noch komplizierter machen: Die Branche verlangt seit langem eine vorausschauendere Politik, die die Vereinigten Staaten (und insbesondere Kalifornien) auf der internationalen Bühne wieder wettbewerbsfähig machen kann, anstatt kurzfristige Maßnahmen, die zu wirtschaftlicher Unsicherheit führen und die langfristige Produktionsplanung noch schwieriger machen.

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