„Kein dekorativer Raum, sondern ein echtes Erlebnis“, Interview mit Ruggero Pietromarchi Der Gründer von Terraforma erzählt uns von L'Atelier Sonore, Valentinos neuem Hörraum, der die Vision von Creative Director Alessandro Michele widerspiegelt

Mitten im Boom der Hörbars, die ihren Ursprung in den 1980er Jahren in Japan hatten, um in Gesellschaft anderer Schallplatten zu hören und dabei einen guten Cocktail zu genießen, hat Valentino das L'Atelier Sonore eingeweiht. Der Raum befindet sich in New York, im zweiten Stock der Boutique der Marke an der Madison Avenue. Er wurde in Zusammenarbeit mit Terraforma geschaffen, dem von Ruggero Pietromarchi gegründeten Kulturkollektiv, das sich stets dem Klang und ökologischen Experimenten verschrieben hat. Das L'Atelier Sonore, das bis Ende August täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist, lädt die Gäste durch eine intuitiv entspannende Inneneinrichtung und experimentelle Klänge, die von Terraforma und anderen Mitarbeitern der Maison kuratiert wurden, zu Ruhe und Kontemplation ein. Architektur und Musik treten in einem Raum in Dialog, der starke und dennoch beruhigende Emotionen hervorruft. Dazu gehören ein maßgeschneidertes Audiosystem, ein multifunktionales Hörpult, das von der Kunst der Tischlerei inspiriert ist, und modulare Sitzmöbel aus Samt. An der Zusammenarbeit mit Terraforma war auch der Kreativdirektor von Valentino, Alessandro Michele, beteiligt, erzählt Pietromarchi, der die gleiche Vision wie das Team der Maison und das Kulturkollektiv teilte: „einen Raum zu schaffen, der nicht dekorativ, sondern funktional ist und ein echtes Erlebnis bietet“.

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Inspiriert von den Pariser Salons arbeitete Terraforma mit dem Architekten Francesco Lupia zusammen für „einen intimen Raum — wie Pietromarchi ihn beschreibt — in dem Klang zu einem kulturellen Erlebnis wird und in dem die Menschen Mode auf eine völlig neue, fast meditative Art erleben können“. Obwohl die Einrichtung eines immersiven Raums im Herzen einer der meistbesuchten Boutiquen von Valentino wie ein cleverer Marketingschritt erscheinen mag, war dies für den Gründer von Terraforma überhaupt nicht der Fall. „Es geht nicht ums Branding, sondern darum, einen authentischen Ort mit einer präzisen Funktion zu schaffen: Zuhören“. An einem Ort, an dem das Sehen schon immer der wichtigste Sinn war, wollten das Bekleidungsgeschäft, Terraforma und Valentino das Hören betonen, um jedem Gast ein Gefühl von Komfort und Ruhe zu vermitteln. Es ist ein Manifest der Absicht von Valentino, das kürzlich seinen neuen Kreativdirektor Michele begrüßte, und eine Bestätigung des Engagements von Terraforma, experimentelle Aktivitäten zu entwickeln.

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Dank einer langjährigen Zusammenarbeit mit der Architektin Lupia war Terraforma in der Lage, die Grenzen an der Schnittstelle von Raum und Klang konsequent auszuloten. „Für L'Atelier Sonore wollten wir etwas, das an einen bestimmten zeitlosen Stil erinnert, ohne Nostalgie zu haben“, sagt Pietromarchi. „Francesco arbeitete mit Techniken wie Furnier, typisch für Renaissancemöbel, die minimalistisch und zeitgemäß neu interpretiert wurden“. Die Wahl einer Stadt wie New York für L'Atelier Sonore war ebenfalls naheliegend, da die Stadt einen Dreh- und Angelpunkt in der globalen Expansion von Hörbars darstellt. „Es gibt eine große Tradition und Musikkultur, die sich in allen kreativen Szenen auf verschiedenen Ebenen ausdrückt“, erinnert sich Pietromarchi. „In diesem Sinne wollten wir, dass das Projekt auf organische und transversale Weise mit der lokalen Szene in Dialog tritt.“

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L'Atelier Sonore ist ein neues Kapitel in Alessandro Micheles Vision für Valentino und reagiert auf das wachsende Bedürfnis nach Freiräumen, die zum Teilen und zur Ruhe einladen. Hörbars gewinnen auf der ganzen Welt neue Fans und zeigen, wie sich die Art und Weise, wie wir Musik hören, verändert. Für Pietromarchi ist die Beliebtheit dieser Veranstaltungsorte ein Zeichen für eine Gesellschaft, die zu lange auf Bildern und visuellen Reizen basiert. „Ich glaube, es besteht ein echtes Bedürfnis nach Stille, Tiefe und Aufmerksamkeit“, sagt der Gründer von Terraforma und betont, dass die Teilnahme an einer Hörsitzung die Geste in ein kollektives Ritual verwandelt, das Handwerkskunst und Liebe zum Detail feiert — dieselben Werte, die auch die Inneneinrichtung von L'Atelier Sonore verkörpert. Pietromarchi stellt nicht nur Verbindungen zwischen Menschen her, sondern fügt hinzu, dass der Zweck des Hörraums perfekt zu den langjährigen Zielen von Terraforma passt, die Umwelt und die kulturellen Räume zu schützen. „Für mich ist Zuhören eine ökologische Praxis, eine Möglichkeit, uns wieder mit dem zu verbinden, was uns umgibt, sei es die urbane Klanglandschaft oder die Geschichten, die durch Musik entstehen. Und es ist auch ein mächtiges Instrument, um soziale, ökologische und kulturelle Inhalte zu vermitteln.“

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